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H.O.T.E.L.

Ressourcenbericht

Teil jeder Gabe ist die Offenlegung der verwendeten Ressourcen. Dabei stehe ich allzu schnell vor der Frage: „Gibt es ein richtiges Leben im falschen?“

Für diese Gabe wurden fast zur Gänze Werkzeuge eingesetzt, die bereits vorhanden waren. Die Videopostkarten habe ich mit meinem drei Jahre alten iPhone 8 gedreht und auf meinem iPad geschnitten. Zusätzliches Licht beim Dreh kam von Energie effizienten Mini-LED-Floods, die ich mir nur für die Urlaubszeit ausgeborgt habe.

Die einzige Neuanschaffung war eine kleine Federklemme, um mein bereits vorhandenes Fotostativ für das iPhone verwenden zu können. Es handelt sich um das Produkt einer italienischen Marke, das in China gefertigt wurde.

Diffuser wird es beim Blick auf das Hosting der siebzehn Videos und der Website. Die Videos habe ich bei Vimeo hochgeladen. Obwohl es sich um ein börsennotiertes Unternehmen handelt, finden sich zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes auf der Website keine Informationen, wie es diese riesige Speicher- und Streaming-Plattform mit ihrem CO2-Fußabdruck hält. Deshalb habe ich nachgefragt und zitiere hier den Kern der Antwort:

Our hosting is currently carbon neutral and our delivery systems are over 50% run with renewable energy. We have an in-house sustainability council that is working to draw down these numbers even further and find other areas for improvement.

Konkrete Pläne bis z.B. 2030 gibt es scheint‘s keine. Und die Frage, warum nicht wenigstens diese knappen Informationen auf der Website stehen, wird nicht beantwortet.

Auch bei WordPress finde ich auf der Website zunächst nichts zum Thema Nachhaltigkeit oder verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Auf meine Nachfrage werde ich auf diesen Blogpost aus dem September 2020 verwiesen. Neben all den hübschen Berechnungen, Willensbekundungen und den konkreten Bemühungen um das carbon offsetting wird dort fast nebenbei ein erschütterndes Eingeständnis gemacht: »Wir haben keine firmeninternen Nachhaltigkeits-Expert:innen…«. Und dass dieses Thema seit 2020 keine weiteren Nachrichten wert war, lässt darauf schließen, dass es firmenintern einfach keines ist.

Die großen Plattformen, die Tools zur Verfügung stellen, welche planetenweit genutzt werden, sind weit davon entfernt, nach dem Grundsatz »Richte keinen Schaden an!« ebendiesen Planeten zu schonen. Damit stürzen sie uns User:innen auch in der Frage der Nachhaltigkeit in ein Dilemma: Wir haben uns vielleicht schon vor längerem dafür entschieden, sie zu nutzen; haben uns an ihre praktischen Funktionen und die ständigen kleinen Verbesserungen, die sie anbieten, gewöhnt und sind mit ihnen gewachsen. Aber wir kriegen von ihnen immer nur das, was sie uns vorsetzen.

Das heißt, wenn Nachhaltigkeit dort ein blinder Fleck ist, kann ich nach Alternativen suchen und muss, wenn es sie überhaupt gibt, meine gesamten Daten migrieren, mich in eine neue Arbeitsumgebung eingewöhnen und dabei möglicher Weise Einschränkungen des Funktionsumfangs in Kauf nehmen. Diesbezüglich begebe ich mich mich nun auf die Suche und bin für Hinweise dankbar.

Zumindest die nächste Gabe wird nur ganz wenig Speicherplatz auf den Servern in Anspruch nehmen und – weil bei Tageslicht live zu Fuß im Stadtraum – ohne Videos auskommen. Auch so lässt sich weniger Schaden anrichten…

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